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Barrierefreiheit auf Webseiten: wie Du Deine Website optimieren kannst
Alicia Biewald18.03.20254 min read

Barrierefreiheit auf Webseiten: Wie Du Deine Website optimieren kannst

Warum ist Barrierefreiheit auf Webseiten wichtig?

Barrierefreiheit im Web ist essenziell, um allen Menschen den uneingeschränkten Zugang zu digitalen Inhalten zu ermöglichen. Besonders für Menschen mit Behinderungen sind barrierefreie Webseiten von großer Bedeutung. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit rund 15 % der Menschen mit einer Behinderung. Wenn Deine Website nicht barrierefrei ist, schließt Du potenziell eine große Anzahl von Nutzer:innen aus.

Barrierefreiheit ist jedoch nicht nur eine ethische oder soziale Verantwortung, sondern bietet auch wirtschaftliche Vorteile. Eine inklusive Website erreicht eine breitere Zielgruppe, verbessert das Nutzer:innenerlebnis für alle und kann sogar positive Auswirkungen auf das SEO-Ranking haben.

Was bedeutet Barrierefreiheit im Web?

Barrierefreiheit (engl. "Accessibility") bedeutet, dass eine Webseite von allen Menschen uneingeschränkt genutzt werden kann – unabhängig von individuellen Einschränkungen. Dabei geht es um:

Sehbehinderungen

Menschen mit Sehbehinderungen oder Blindheit nutzen Screenreader oder Vergrößerungssoftware.

Hörbehinderungen

Menschen mit Gehörverlust benötigen Untertitel oder Transkriptionen für Audioinhalte.

Motorische Einschränkungen

Menschen mit eingeschränkter Mobilität können oft keine Maus nutzen und navigieren per Tastatur oder Sprachsteuerung.

Kognitive Beeinträchtigungen

Menschen mit Lernschwierigkeiten oder neurologischen Erkrankungen profitieren von klar strukturierten und leicht verständlichen Inhalten.

Vorteile barrierefreier Webseiten

  • Erweiterte Zielgruppe: Eine barrierefreie Website ermöglicht es mehr Menschen, Deine Inhalte zu nutzen.

  • Verbessertes SEO: Suchmaschinen bevorzugen Websites mit guter Struktur, alternativem Text für Bilder und semantisch korrektem HTML.

  • Bessere Benutzer:innen-Erfahrung: Eine klare und intuitive Navigation kommt allen Nutzer:innen zugute.

  • Rechtliche Konformität: Viele Länder haben gesetzliche Vorschriften zur digitalen Barrierefreiheit, wie z. B. die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit von Websites öffentlicher Stellen (EU-Richtlinie 2016/2102).

  • Positive Markenwahrnehmung: Unternehmen, die auf Inklusion setzen, hinterlassen einen positiven Eindruck und erhöhen das Vertrauen der Nutzer:innen.

Richtlinien für barrierefreie Webseiten

1. WCAG 2.1 als Grundlage

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind der internationale Standard für Barrierefreiheit. Sie basieren auf vier Prinzipien:

  • Wahrnehmbar: Inhalte müssen von allen Nutzer:innen erfasst werden können.

  • Bedienbar: Alle Funktionen müssen mit verschiedenen Eingabemethoden nutzbar sein.

  • Verständlich: Inhalte und Navigation sollten einfach und intuitiv sein.

  • Robust: Die Webseite sollte mit verschiedenen Technologien kompatibel sein.

2. Technische Maßnahmen zur Barrierefreiheit

Alternativtexte für Bilder

Jedes Bild sollte einen Alt-Text enthalten, der den Inhalt beschreibt. Dies hilft Screenreadern, blinden oder sehbehinderten Nutzer:innen die Bedeutung des Bildes zu vermitteln.

Tastaturfreundliche Navigation

Die gesamte Website sollte ohne Maus bedienbar sein. Das bedeutet, dass alle interaktiven Elemente wie Links, Formulare oder Menüs per Tabulator-Taste erreichbar sein müssen.

Untertitel und Transkriptionen

Videos sollten mit Untertiteln oder einer Textalternative versehen sein, um gehörlosen Menschen den Zugang zu erleichtern.

Kontrastreiche Farbgestaltung

Die Farbgestaltung muss ausreichend Kontrast bieten. Ein guter Kontrastwert erleichtert Menschen mit Sehschwächen die Lesbarkeit. Die WCAG empfiehlt ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 für normalen Text und 3:1 für große Schrift.

Verzicht auf komplexe Animationen

Stark blinkende oder schnell wechselnde Animationen können für Menschen mit Epilepsie oder kognitiven Einschränkungen problematisch sein. Solche Elemente sollten vermieden oder optional deaktivierbar sein.

Leichte Sprache und klare Struktur

Eine klare Sprache, kurze Sätze und gut strukturierte Inhalte erleichtern das Verständnis für Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder geringer Lesekompetenz.

Tools zur Prüfung der Barrierefreiheit

Um die Barrierefreiheit einer Website zu testen, gibt es zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Tools:

  • Google Lighthouse: Analysiert Websites auf Barrierefreiheit und SEO-Faktoren.

  • WAVE Web Accessibility Evaluation Tool: Browser-Plugin zur Analyse der Barrierefreiheit.

  • axe Accessibility Checker: Ein Entwickler-Tool zur Prüfung von Webstandards.

  • Contrast Checker: Prüft das Farbkontrastverhältnis.

  • NVDA (NonVisual Desktop Access): Kostenloser Screenreader zur Simulation der Nutzung durch blinde Menschen.

Rechtliche Anforderungen und Gesetze

Barrierefreiheit ist nicht nur eine Empfehlung, sondern in vielen Fällen gesetzlich vorgeschrieben. Wichtige Regularien sind:

  • EU-Richtlinie 2016/2102: Verpflichtet öffentliche Einrichtungen zur digitalen Barrierefreiheit.

  • Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Gilt ab 2025 auch für private Unternehmen in der EU.

  • Americans with Disabilities Act (ADA): US-amerikanisches Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Unternehmen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, riskieren rechtliche Konsequenzen sowie den Ausschluss einer wichtigen Zielgruppe.

Fazit: Barrierefreiheit ist ein Muss!

Barrierefreiheit im Web ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Sie verbessert das Nutzer:innenerlebnis, steigert die Reichweite, stärkt das Markenimage und hilft Unternehmen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Mit einer Kombination aus technischen Anpassungen, klarem Design und präzisen Inhalten kann eine Website für alle Menschen zugänglich gemacht werden.

Nutze die genannten Tipps und Tools, um Deine Website barrierefrei zu gestalten – denn digitale Inklusion ist ein Gewinn für alle!

 

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Häufig gestellte Fragen

Barrierefreiheit für Deine Webseite

Was bedeutet Barrierefreiheit auf einer Website genau? Barrierefreiheit im Web bedeutet, dass eine Website von allen Menschen uneingeschränkt genutzt werden kann – unabhängig von individuellen Einschränkungen. Dazu gehören z. B. Alternativtexte für Bilder, eine tastaturfreundliche Navigation, Untertitel für Videos sowie eine klare Struktur und gut lesbare Schriftarten.
Welche Vorteile hat eine barrierefreie Website für Unternehmen? Eine barrierefreie Website verbessert nicht nur die Nutzer:innenerfahrung für alle, sondern bringt auch wirtschaftliche Vorteile. Sie erreicht eine größere Zielgruppe, verbessert das SEO-Ranking, steigert die Benutzer:innenzufriedenheit und sorgt für eine positive Markenwahrnehmung. Außerdem kann sie helfen, rechtliche Anforderungen zu erfüllen, die in vielen Ländern vorgeschrieben sind.
Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es zur digitalen Barrierefreiheit? In der EU gilt die EU-Richtlinie 2016/2102, die öffentliche Einrichtungen zur digitalen Barrierefreiheit verpflichtet. Ab 2025 tritt außerdem das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft, das auch private Unternehmen betrifft. In den USA gibt es den Americans with Disabilities Act (ADA), der die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen regelt.
Wie kann ich prüfen, ob meine Website barrierefrei ist?

Es gibt verschiedene kostenlose Tools zur Analyse der Barrierefreiheit, darunter:

  • Google Lighthouse (SEO- und Barrierefreiheits-Check)
  • WAVE Web Accessibility Evaluation Tool (Browser-Plugin zur Analyse)
  • axe Accessibility Checker (Entwickler-Tool für Webstandards)
  • Contrast Checker (Prüft die Lesbarkeit von Farben)
  • NVDA (NonVisual Desktop Access) (Screenreader-Test für blinde Nutzer:innen)

Mit diesen Tools kannst Du Deine Website überprüfen und gezielt Verbesserungen vornehmen.

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Alicia Biewald
UX- & Webdesignerin bei Werk von Morgen GmbH

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